Patienteninformation: Bobath-Konzept

Was ist das Bobath-Konzept?
Die Grundlage des Bobath-Konzepts ist die in wissenschaftlichen Untersuchungen belegte Fähigkeit des Gehirns, nach Erkrankungen und Verletzungen wieder lern- und anpassungsfähig zu sein und sich so bedingt zu regenerieren. Es handelt sich hier um eine ganzheitliche Rehabilitation des jeweiligen Patienten. Der wechselnde individuelle Befund eines jeden Patienten bestimmt das Vorgehen in der jeweiligen Behandlungsweise. Die Regulierung des Muskeltonus der Gliedmaßen und des Rumpfes erfolgt über sogenannte Schlüsselpunkte, besonders empfindliche Körperzonen und durch reflexhemmende Positionen.

Wann ist das Bobath-Konzept sinnvoll?
Bei neurologischen Erkrankungen und ihren Folgen; speziell bei Spastiken und Lähmungen und Ataxien, die z. B. bei der Multiplen Sklerose, nach Schlaganfällen und durch Hirntumore oder Schädelhirntraumata auftreten können. 

Was sind die Therapieziele des Bobath-Konzepts?
Förderung der Sensibilität, Wiederaufbau eines normalen Haltungstonus, harmonisches Gleichgewicht bei der wechselseitigen Stimulation der Beug- und Streckmuskeln, Schulung des Gleichgewichtes d. h. die Fähigkeit zur Auseinandersetzung mit der Schwerkraft und der Kopfkontrolle. Der Patient erlernt durch Erspüren und Verinnerlichen von Bewegungsabläufen seine Eigenständigkeit zu verbessern.

Wer war Bobath?
Der Neurologe Karel Bobath (geboren 1906 in Berlin) arbeitete gemeinsam mit seiner Frau Berta (geboren 1907), einer Physiotherapeutin, vorwiegend mit Erwachsenen und Kindern mit neurologischen Störungen. Nach der Flucht nach London in den 40er Jahren, arbeiteten die beiden überwiegend mit neurologisch erkrankten Kindern. Sie stellten dabei fest, dass sich der Zustand des Patienten durch die Anwendung ihrer Techniken deutlich besserte. Inzwischen erforscht die Wissenschaft die Fähigkeit des Gehirns, sich durch gezielte Übungen zu regenerieren bzw. anzupassen. Bis heute wird das Bobath-Konzept immer wieder den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung angepasst.

Welche Ausbildung hat der Bobath-Therapeut?
Die Voraussetzung zur Zulassung an der Teilnahme, an den Grund- und Aufbaukursen, mit abschließender Zertifikatsprüfung ist eine Ausbildung zur/zum staatlich anerkannten Physiotherapeutin/en sowie eine mindestens 1-jährige praktische Tätigkeit in einer neurologischen Klink. Bobath-Therapeuten besuchen regelmäßig Aufbau- und Weiterbildungskurse, um nach dem neuesten Stand der Neurologischen Forschung zu arbeiten.